Laudatio zum 20jährigen Bestehen der TTG, 13.12.2003

Festredner: Walter Gilleßen

Sehr geehrter Vorsitzender der Tischtennisgemeinschaft Hoengen Dirk Joußen,
sehr geehrte Ehrengäste,
werte Mitglieder und Gäste

Ich war ein wenig überrascht, als unser Dirk, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der TTG, mich bat, eine Laudatio zum 20jährigen der TTG Hoengen zu halten.

Die meisten dieser 20 Jahre bin ich Mitglied in unserem Verein.
Von daher, wäre ich schon in der Lage, euch etliche lustige Geschichten zu erzählen, die immer wieder zum Lachen führen.
Na ja, die Vergangenheit verklärt auch manches und jede TTG-Generation hat so ihre eigenen Erlebnisse.

Es gab aber auch eine Kehrseite der Medaille.
Dass auch in unserem Verein über 20 Jahre hindurch nicht immer nur eitel Sonnenschein herrschte, soll zu mindest nicht unerwähnt bleiben.

Die lustigen Geschichten erzählen wir uns eh immer wieder, wenn mal wieder ein paar Bier geflossen sind, und
das weniger Erfreuliche, wer will es schon hören.

Von daher möchte ich nur einiges über unsere sportliche und gesellschaftliche Entwicklung vortragen.

Zwanzig Jahre sind seit der Gründung unserer Tischtennisgemeinschaft Hoengen, der TTG, nunmehr ins Land gegangen.
Nach einer sportlich sehr stürmischen Entwicklung, die unseren Verein durch kontinuierliche Aufstiege bis in die 1. Bundesliga führte, die uns den ETTU-Cup im Jahre 2000 gewinnen ließ, sind wir seit nunmehr drei Jahren wieder in die normalen Bahnen des Tischtennisdaseins zurückgekehrt.
Diese Normalität hat unser Verein mit seinen Jugendlichen, den anderen Mannschaften und der Hobbytruppe auch nie verlassen.


Um das deutlich zu machen, habe ich einen Bericht ausgegraben, der vor ziemlich genau 10 Jahren an die Stadt Alsdorf anlässlich unseres Aufstiegs in die Verbandsliga geschickt worden war.
In dem Bericht ist einiges über die Entwicklung unserer TTG nachzulesen, was bis heute vom Grundsatz her noch seine Gültigkeit besitzt.
Damals, vor 10 Jahren also, wurden wir übrigens Meister der Landesliga.

Im Telegrammstil möchte ich das Wesentliche aus dem Brief vorlesen:
Am 09. Mai 1983 gegründet, als Tischtennisgemeinschaft aus den Orten der ehemaligen Gemeinde Hoengen und der Broicher-Siedlung.

Über 200 Mitglieder stark, davon sind
45 aktive Herren,
15 Hobbyspielerinnen und -spieler,
50 Mädchen und Jungen, in der 1991 gebildeten Jugendabteilung,
ca. 100 inaktive Mitglieder.

Die 1. Mannschaft ist siebenmal aufgestiegen, nur in einem von den 9 Vereinsjahren erfolgte kein Aufstieg der 1. Mannschaft.

Zur Saison 1991/92 schafften von 5 Herrenmannschaften 4 den Aufstieg, davon die 1. und 2. Mannschaft den Direktaufstieg. Sie waren damit Meister der Landesliga bzw. der 1. Kreisklasse und
stiegen in die Verbandsliga bzw. Kreisliga auf.

Die 3. und 4. Mannschaft kamen als Vizemeister über Relegationsspiele in die nächsthöheren Klassen, nämlich in die 1. Kreisklasse bzw. 2. Kreisklasse.
Die 1. Jugendmannschaft wurde Meister in ihrer Spielklasse und nebenbei im Bezirkspokal Zweiter.


Wer den Ausführungen aufmerksam zugehört hat, wird sehr schnell die Parallelen zu unserer heutigen Situation gesehen haben.


Unsere heutige 1. Mannschaft hat durchaus noch Chancen, sich zu mindest bis zum Saisonende für den Aufstieg zu qualifizieren,
die 2. und 3. Mannschaft sind Herbstmeister geworden.
Sie haben von daher schon eine gute Ausgangsposition, den Schritt in die nächsthöhere Klasse zu schaffen.

Jetzt bin ich aber ein wenig zu sehr in die Gegenwart gerutscht.
Daher zurück!

Damals, also vor 10 Jahren, wurde der unaufhaltsame Aufstieg unseres Vereins fortgesetzt.

Die Erfolgsserie der 1. Mannschaft endete zunächst 1996 mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga.
In der 2. Bundesliga spielte die TTG zwei Jahre lang, bevor der Aufstieg in die erste Liga 1998 gelang.

Nicht vergessen möchte ich, nochmals zu erwähnen, dass der ETTU-Cup im Jahre 2000 gewonnen wurde.
Sollten einige Gäste anwesend sein, die nicht so bewandert im Bereich des Tischtennissportes sind,
der ETTU-Cup ist sportlich dem UEFA-Cup im Fußball vergleichbar.

Mit dem Ende der Saison 2001/2002 ging leider die Ära des Profitums bei der TTG zu Ende.
Man fusionierte auf der Profiebene mit dem TTC Jülich.
Die erfolgreichste Aufstiegsserie eines Tischtennisvereins in Deutschland hatte damit ein Ende gefunden.

Stolz auf diese sportliche Entwicklung können all die Mitglieder, Gönner und Helfer sein, die diesen Weg durch ihre stetige Arbeit, durch ihre Spendenbereitschaft ermöglichten.

Auf unserer Vereinsfahne können wir mit Stolz vermerken:
Noch nie zuvor war es im deutschen Tischtennissport einem Verein mit seiner Gründung und dem Beginn des Spielbetriebs in der 3. Kreisklasse gelungen, derart souverän bis zur Tischtennis-Eliteliga der Welt, der 1. Bundesliga, durchzumarschieren.

Das sind immerhin 12 Spielklassen, die mit nur zwei Ehrenrunden (Landesliga, 2. Bundesliga) durchlaufen wurden.

Dieser kurze Abriss über die sportliche Erfolgsgeschichte unseres Vereins, der Tischtennisgemeinschaft Hoengen, kann nur ein wenig vermitteln, was uns alle mit Stolz erfüllt.
Ich weiß, die Erfolgsgeschichte wird sich fortsetzen.


Sehr geehrte Gäste und TTG’ler

Nun komme ich zum zweiten Teil der Laudatio, der Teilnahme der TTG am gesellschaftlichen Leben.
Hierzu möchte ich all die Aktivitäten zählen, die der positiven Darstellung unseres Vereins in der Vergangenheit innerhalb und außerhalb desselben dienten.
Und auch hier ist einiges zu loben.

So richteten wir jährlich die Tischtennis-Stadtmeisterschaft der Stadt Alsdorf aus.
Eins, der letzten großen Turniere, im Jahre 1992, zählte 358 Teilnehmer;
die stärkste Beteiligung, die in der Geschichte der TTG und des Turniers (es war damals das Sechste) je zu vermelden war.

In den letzten Jahren, so auch anlässlich unseres 20jährigen Bestehens, hat die TTG die Ausrichtung der Kreismeisterschaften mit großem Erfolg übernommen.

Ein weiterer Höhepunkt im Leben der Spieler sind die jährlich stattfindenden Vereinsmeisterschaften im Jugend- als auch im Seniorenbereich.
Die bei uns außergewöhnlich stark ausgeprägte Verbundenheit zwischen den einzelnen Mannschaften und Spielern wird durch die Durchführung dieser Meisterschaften stark gefördert.

Für unsere Mitglieder, Gönner und alle, die an unserem Vereinsleben teilnehmen, sind
· das Sommerfest und
· das Stiftungsfest
feste Größen, die leider in den letzten Jahren an Ausstrahlungskraft verloren haben, warum auch immer.

Aber schließlich und endlich obliegt es den Mitgliedern letztendlich selbst, etwas zu unternehmen und das Vereinsleben zu gestalten.


In früheren Zeiten stellte sich unser Verein häufig nach innen als auch nach außen mit der Durchführung
· eines Wandertags,
· eines Radwandertages,
· einer Ferienfahrt der Jugendlichen und
· mit der Teilnahme am Rosenmontagsumzug
dar.
Die Bürger wussten, es gibt eine TTG, die macht was, da ist was los!

Mir ist natürlich bewusst, dass sich zu mindest bei der Aufzählung der letztgenannten Aktivitäten die Haare eines jeden Vorstandmitgliedes gesträubt haben.
Was soll man denn noch alles tun?

Aber ich kann euch beruhigen.
Die meisten dieser Aktivitäten wurden durch die Mitglieder selbst initiiert und lediglich durch den Vereinsvorstand unterstützt.
Und hier darf ich euch, nämlich alle Mitglieder bitten, aktiv mitzuwirken, damit unser Vereinsbild für uns und Außenstehende, so wie bisher, auch weiterhin mit einem positiven Erscheinungsbild belegt wird.
Zudem bringt es viel Spaß und Freude, selbst etwas zu bewegen, das weiß ich aus Erfahrung zu berichten.


Jetzt möchte ich langsam zum Schluss kommen.
Wir haben in den letzten 20 Jahren viel in unserem Verein gemeinsam erlebt.

Und eine derartige Entwicklung hatten unsere Gründungsväter sicher nicht erwartet.

Als sich die Gründungsväter vor über zwanzig Jahren trafen, am 09. Mai 1983, und unseren Verein aus der Taufe hoben, konnten sie dessen stürmische Entwicklung wohl in den kühnsten Träumen nicht vorhersehen.
Jeder der damals Beteiligten dachte primär an ein beschauliches Tischtennis-Spielchen, die Optimisten an die erste Meisterschaft,
man war ja gerade in der 3. Kreisklasse gestartet.

Der glückliche Umstand, dass der erste TTG-Vorsitzende Lehrer war, führte dazu, dass sich auch alsbald ein florierender Jugendbereich etablierte.
Auch Mädchenmannschaften konnten für den Spielbetrieb gemeldet werden.
Die damals begonnene intensive Jugendarbeit wurde im Grundsatz von allen Vorständen über all die Jahre hinweg weitergeführt.

Es ist und bleibt hoffentlich kein Wunschtraum, mit unseren eigenen TTG-Gewächsen vielleicht in die Verbandsliga und weiter aufzusteigen.
Das Potenzial ist aufgrund der Jugendarbeit sehr wohl vorhanden.

Unser traditioneller Weg ist uns, unserem Verein, durch seine Geschichte vorgezeichnet.
Von diesem Weg sollten wir nicht abweichen, auch dann nicht, wenn es mal nicht so gut läuft oder vielleicht kurzfristig wirkende Erfolge winken.

Zum Abschluss möchte ich all den Mitgliedern, Gönnern und Helfern danken, die unserem Verein diese Erfolge, über all die Jahre hinweg, bis heute,
durch ihren nimmermüde werdenden Einsatz ermöglicht haben.

Jeder hat auf seine Weise an dem Erfolg unseres Vereins, an dem der Erfolg der Tischtennisgemeinschaft Hoengen, der TTG, mitgewirkt.
Hierfür danke ich euch.

W. Gilleßen, 13.12.2003